Bei einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) wird die Blutzufuhr zum Herzen plötzlich unterbrochen. Wird das Herz über mehrere Minuten hinweg nicht mit Sauerstoff versorgt, sterben Zellen des Herzmuskels ab (Nekrose). Der Herzinfarkt gilt als medizinischer Notfall, der schwere Behinderungen zur Folge haben kann.

Das Hauptrisikoalter für einen Herzinfarkt ist in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken. Bei Männern tritt er oft schon vor dem 40. Lebensjahr auf. Frauen sind durch ihr gefäßschützendes Hormon Östrogen meist erst nach den Wechseljahren von einem Herzinfarkt betroffen, da dann dessen Produktion abnimmt.

Als häufigste Ursache für einen Herzinfarkt gelten die Folgen der Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Durch den Verschluss einer oder mehrerer Herzkranzarterien (Stenose) wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Plötzliche Kraftanstrengungen oder Stresssituationen sind dann oft Auslöser eines Herzinfarkts, da sie neben dem Blutdruck auch den Sauerstoffbedarf des Herzens erhöhen. Häufig treten Herzinfarkte nachts zwischen zwei und drei Uhr auf, was mit Konzentrationsschwankungen von Blutgerinnungsstoffen und Hormonen zusammenhängt.

Als Risikofaktoren für einen Herzinfarkt gelten:

  • Fettstoffwechselstörungen (erhöhter Cholesterinspiegel)
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Zigarettenkonsum
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Psychosozialer Stress

Bei jüngeren Menschen kann eine plötzliche Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes (Vasospasmus) die Ursache für einen Herzinfarkt sein.

Typische Symptome für einen Herzinfarkt sind:

  • Schmerzen im Brustkorb, die länger als fünf Minuten andauern und in die Arme, Schulterblätter, den Hals, Kiefer und Oberbauch ausstrahlen können
  • Angst, Engegefühl, starker Druck im Brustkorb
  • Luftnot, Übelkeit und Erbrechen
  • Schwächeanfall und eventuell Bewusstlosigkeit
  • blasse Gesichtsfarbe und kalter Schweiß

Treten diese Beschwerden auf, sollte sofort ein Notarzt gerufen werden.

Als Besonderheit bei Frauen können bereits Luftnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch und Erbrechen alleinige Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. Diese Symptome sollten daher ernst genommen werden.

Die auffälligsten Symptome bei älteren Menschen sind oft Atemlosigkeit und der Verlust der Orientierung. Gelegentlich ähneln die Beschwerden einer Magenverstimmung oder einem Schlaganfall.

Eine sofortige Krankenhauseinweisung zur Diagnosestellung ist von großer Bedeutung und ist umgehend zu veranlassen.

Nach dem Krankenhausaufenthalt ist normalerweise eine Anschlussbehandlung notwendig. Hier lernt der Genesende, wie er sein Leben nach dem Infarkt gestalten kann. Nach einem überstandenen Herzinfarkt wird meist eine Therapie mit Medikamenten begonnen. So wird eine Ernährungsumstellung beispielsweise durch die Gabe von Lipidsenkern begleitet. Daneben sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen unbedingt notwendig.

Bereits nach einer geringen Schädigung durch einen Herzinfarkt kann das Herz manchmal nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen. Es vergrößert sich, um die schwache Pumpleistung auszugleichen. Diese Vergrößerung kann Herzrhythmusstörungen zur Folge haben. Das abgestorbene Gewebe wird allmählich durch Bindegewebe ersetzt, das sich jedoch nicht zusammenziehen und keine Pumpfunktion erfüllen kann.

Wird durch den Herzinfarkt mehr als die Hälfte des Herzmuskels geschädigt, führt dies beim Betroffenen sehr wahrscheinlich zu einer schweren Behinderung oder zum Tod.

Einem Herzinfarkt kann durch eine gesunde Lebensführung vorgebeugt werden. Da sich die Risiken für Herzkrankheiten zum Großteil auf den persönlichen Lebensstil zurückführen lassen, können sie von den Betroffenen selbst beeinflusst werden. Dabei ist es wichtig, bereits bei Kindern und Jugendlichen gesunde Lebensgewohnheiten zu etablieren. Doch auch Erwachsene, die wegen ihres Rauchverhaltens, ihres zu hohen Blutdrucks oder einer anderen Vorerkrankung zur Risikogruppe zählen, können noch handeln. Folgende Punkte sollten besonders beachtet werden:

  • eine ausgewogene Ernährung
  • angemessene körperliche Aktivitäten
  • Verzicht auf das Rauchen
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen haben ab dem 18. Lebenjahr Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung. Denn wenn Risikofaktoren für einen Herzinfarkt rechtzeitig erkannt werden, kann der behandelnde Arzt frühzeitig weitere Untersuchungen oder Behandlungen veranlassen.

Aber auch nach einem Herzinfarkt können Betroffene noch immer Maßnahmen ergreifen, die einem Zweitinfarkt vorbeugen. Auch hier gilt es insbesondere, die individuellen Risikofaktoren zu beheben. Das geschieht beispielsweise durch:

  • fettreduzierte und cholesterinarme Ernährung,
  • Gewichtsreduktion,
  • zwingenden Verzicht auf Zigaretten und
  • moderate Bewegung, evtl. auch Ausdauertraining unter ärztlicher Überwachung.