Kammerflimmern ist eine bestimmte Art von Herzrhythmusstörungen mit Kreislaufstillstand. Es handelt sich dabei also um eine unkoordinierte Serie von sehr schnellen, aber nutzlosen Kontraktionen des Herzmuskels, die durch ein Chaos von elektrischen Impulsen ausgelöst wird. Die Herzfrequenz liegt dabei bei über 300 Schlägen pro Minute. Das Herz schlägt so schnell, dass es überhaupt kein Blut mehr durch den Kreislauf pumpen kann. Da ohne Behandlung das Kammerflimmern innerhalb weniger Minuten zum Tod führt.

Kammerflimmern kann durch eine unzureichende Blutversorgung des Herzmuskels entstehen. Die häufigste Ursache dafür ist die Koronare Herzkrankheit (KHK). Ca. 80 Prozent der Betroffenen leiden darunter. Ein Kreislaufschock kann ebenfalls die Ursache für Kammerflimmern sein.

Kammerflimmern führt innerhalb von wenigen Sekunden zur Ohnmacht (Bewusstlosigkeit) und ist ein absoluter Notfall. Erfolgt keine sofortige Behandlung, treten bei dem Betroffenen Krämpfe auf und es kommt nach fünf Minuten zu nicht rückgängig zu machenden Hirnschädigungen aufgrund des Sauerstoffmangels im Hirn. Ohne Behandlung tritt kurz danach der Tod ein. Bei einem Herzstillstand bricht die betroffene Person plötzlich zusammen, wird bleich und hat stark geweitete Pupillen. Außerdem lässt sich kein Puls und Blutdruck mehr feststellen.

Da Kammerflimmern ein absoluter Notfall ist, muss so schnell wie möglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (Reanimation) begonnen werden. Dabei zählt jede Sekunde. Kurz darauf sollte mit einer Defibrillation (Elektroschocks auf die Brust) begonnen werden, um die normale elektrische Erregungsleitung des Herzens wieder zu aktivieren.

Wird das Kammerflimmern nicht sofort behandelt, endet es tödlich. Menschen, die Kammerflimmern durch Reanimation überlebt haben, haben ein hohes Risiko für einen weiteren Anfall. Da jedoch inzwischen auch an vielen öffentlichen Plätzen, wie beispielsweise an Bahnhöfen, halbautomatische Defibrillatoren verfügbar sind, kann die Zeit bis zur Behandlung deutlich verkürzt werden. Dadurch erhöhen sich die Überlebenschancen um ein Vielfaches. Bei einer normalen Reanimierung und Defibrillation durch den Rettungsdienst liegen die Überlebenschancen bei acht bis zehn Prozent, bei Einsatz der halbautomatischen Defibrillatoren erhöhen sie sich auf bis zu 50 Prozent. Wenn nach dem Kammerflimmern eine Diagnose wie KHK gestellt wird, wird diese im Anschluss behandelt. Um Rückfällen vorzubeugen, werden zudem Medikamente verordnet oder ein automatischer implantierbarer Cardioverter Defibrillator (ICD) operativ eingesetzt. Er überwacht die Herztätigkeit und stoppt Kammerflimmern im Ansatz mit einem Stromstoß. Modernste Geräte sind sogar in der Lage, eine irreguläre Beschleunigung der Herzfrequenz durch Schrittmacherimpulse unter Kontrolle zu bringen, bevor es zum Kammerflimmern kommt und ein Stromstoß erforderlich wird.

Dem Kammerflimmern kann nicht direkt vorgebeugt werden, jedoch gelten die Maßnahmen zur Vorbeugung wie bei der Koronaren Herzkrankheit. Sinnvoll ist in jedem Fall die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung.