Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei Risikofaktoren handelt es sich um verschiedene Voraussetzungen, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine bestimmte Erkrankung zu erleiden. Risikofaktoren für Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße sind unter anderem Stress, Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung. Da die Faktoren unmittelbar mit der Lebenssituation jedes einzelnen zusammenhängen, kann auch jeder durch eine veränderte Lebensführung zu einer Verbesserung seiner Gesundheit beitragen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern.

Stress:

Unter Stress werden Reize zusammengefasst, die über das individuell als normal empfundene Maß an körperlicher und psychischer Belastung hinausgehen. Man spricht heute von psychosozialem Stress. Schädlicher Stress (Disstress) wird negativ erlebt, weil die Anforderungen an sich selbst oder die der Umgebung die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten übersteigen. Stressfaktoren (Stressoren) sind beispielsweise Leistungsdruck, Zeitmangel, Schlafmangel, Lärm oder auch Veränderungen der Lebensumstände wie Pubertät, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Umzug.

Das Übermaß an Anforderungen kann zu körperlichen und psychischen Krankheitssymptomen führen. Denn in stressigen Situationen stößt der Körper vermehrt Hormone aus, die körperliche Reaktionen anregen. Sie erhöhen unter anderem die Herzfrequenz und den Blutdruck und weiten Pupillen und Bronchien. Halten die Stressoren länger an, erreicht der Körper eine Erschöpfungsphase, die sich unterschiedlich auswirken kann. Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche und Depressionen sind nur einige der Folgen, die sich auf lange Sicht zu Bluthochdruck, Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße, Herzinfarkt oder Asthma führen können.

Alkohol:

Alkoholkonsum kann sich unter bestimmten Voraussetzungen ungünstig auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. So werden durch Rauschtrinken (Trinken großer Mengen Alkohol in sehr kurzer Zeit) beispielsweise Herzrhythmusstörungen und Schlaganfälle begünstigt. Generell erhöht sowohl einmaliger als auch regelmäßiger Alkoholgenuss den Blutdruck. Werden täglich mehr als 30 g Alkohol getrunken steigt das Risiko für Bluthochdruck (Hypertonie) um das Doppelte gegenüber Personen, die keinen Alkohol trinken. In Österreich sind ca. 10% aller Bluthochdruckfälle durch Alkohol verursacht.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Männer, die täglich etwa drei bis vier Flaschen Bier oder eine Flasche Wein (60 bis 80 g Alkohol) trinken ein erhöhtes Risiko haben, Leberschäden zu bekommen. Auch steigt bei diesen Mengen das Risiko für Mund-Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs an. Bei Frauen können solche Schäden durch deutlich geringere Mengen an Alkohol verursacht werden.

Rauchen:

Rauchen stellt die wichtigste Ursache für körperliche Schädigungen dar, die von jedem einzelnen selbst beeinflusst werden kann. Mit dem Tabakrauch inhalieren Raucher Nikotin, krebserregende Stoffe, Gifte und Schwermetalle, die auf Dauer schwerwiegende Auswirkungen für den Körper haben. Folgen sind unter anderem ein Rückgang der Leistungsfähigkeit, Vitaminmangel, eine verringerte Durchblutung (Raucherbein) und die Entstehung von Krebs.

Bei Rauchern ist das Risiko, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln und einen Herzinfarkt zu erleiden, doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Auch passives Rauchen schädigt den Körper und die Gefäße. Um Erkrankungen vorzubeugen, ist ein Rauchstopp daher besonders wichtig. Dabei ist es egal, wie viele Jahre lang eine Person geraucht hat, bevor sie damit aufhört. Sobald das Rauchen eingestellt wird, verringert sich das Risiko, eine KHK zu erleiden, bereits um die Hälfte. Darüber hinaus erhöht sich das Risiko für Impotenz bei Rauchern und gleichzeitiges Vorhandensein von Bluthochdruck um das 26 fache.

Bewegungsmangel:

Ein inaktiver Lebensstil ist ein bedeutender Faktor für die Entstehung von Gesundheitsproblemen. Insbesondere Diabetes, Rückenbeschwerden, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck sind Folgen von Bewegungsmangel.

Wird körperliche Aktivität gezielt aufgenommen, können Menschen aller Altersgruppen einen großen Beitrag dazu leisten, die Entwicklung von Krankheiten und Beschwerden zu verhindern. Regelmäßiger Sport senkt beispielsweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mindert andere Risikofaktoren der Arteriosklerose. Denn durch sportliche Aktivitäten sinken Blutdruck, Gewicht und Cholesterinspiegel.

Übergewicht (Adipositas):

siehe Übergewicht

Ungesunde Ernährung:

Unter „ungesunder Ernährung“ wird eine unausgewogene Ernährung verstanden, die dem Körper nicht alle notwendigen Nährstoffe, oder aber bestimmte Stoffe im Übermaß, zuführt. Bei der Ernährung spielt vor allem die Zufuhr bestimmter Fette (Cholesterin und Triglyzeride) eine Rolle. Diese wirken sich schädlich auf das Herz-Kreislauf-System aus. Menschen, die wenig Ballaststoffe, Vitamine (besonders C und E) und nur geringe Mengen an Pflanzeninhaltsstoffen (enthalten in Obst und Gemüse) zu sich nehmen, haben ebenfalls ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Eine ausgewogene Ernährung, mit viel frischer Kost, begrenzter Fettaufnahme und vielen Ballaststoffen gilt hingegen als gesundheitsfördernd. Das sogenannte „Mediterrane Kost“ wird als besonders gesund bewertet.